Lebensmittelabfälle machen einen erheblichen Anteil am Hausmüll aus. Schätzungen zufolge werden jährlich in Deutschland etwa 10 Millionen Tonnen verzehrbarer Lebensmittel verschwendet, was ungefähr 150 kg pro Einwohner entspricht. Ein Teil davon ist sogar noch verpackt, wenn er im Müll landet. Diese Zahlen sind besonders bedauerlich, wenn man bedenkt, dass heute mindestens jeder zehnte Mensch in Deutschland Schwierigkeiten hat, sich ausreichend zu ernähren.
Zudem verursacht diese Lebensmittelverschwendung Kosten – sowohl für den Geldbeutel (zwischen 12 und 20 Milliarden Euro pro Jahr, etwa 159 Euro pro Person) als auch für den Planeten (verschwendete Ressourcen für Produktion, Lagerung und Verpackung, Umweltverschmutzung durch Transport usw.).
Daher ist es wichtig, jede Möglichkeit zu nutzen, um Verschwendung zu vermeiden, und diese Tipps können dabei helfen! Kerne, Schalen, Blätter, Rinden… Seien Sie schlau und kreativ bei der Wiederverwendung Ihrer Lebensmittelreste.
Neben dem Kompostieren zur Herstellung Ihres eigenen Düngers gibt es zahlreiche Recycling-Ideen. Denken Sie auch daran, Bio-Obst und -Gemüse zu kaufen, damit Sie die Schale behalten können: **Sie ist reich an wertvollen Nährstoffen!**
1) Altbackenes Brot zu Croutons verarbeiten
Croutons sind perfekt, um Salaten oder Suppen etwas Knusprigkeit zu verleihen. Schneiden Sie altbackenes Brot in Würfel, rösten Sie diese in einer Pfanne mit Öl oder Butter und würzen Sie sie mit Gewürzen, Knoblauchpulver oder Kräutern der Provence. Alternativ können Sie die Brotwürfel auch etwa zehn Minuten bei 200°C im Ofen backen. Leicht trockenes Brot eignet sich zudem hervorragend für Arme Ritter, köstliche Sandwiches oder Bruschettas mit allem, was Sie im Kühlschrank oder in den Schränken finden. Sehr trockenes Brot kann gemahlen werden, um Paniermehl und vieles mehr herzustellen.Australia
2) Samen? Lebensmittelabfälle? Ganz und gar nicht!
Gut gereinigte Kürbis-, Zucchini-, Melonen- oder Kürbiskerne können als köstlicher Snack dienen! Würzen Sie sie nach Belieben mit Curry, Pfeffer, Kreuzkümmel, Kurkuma, Piment d’Espelette usw., und rösten Sie sie dann im Ofen oder in der Pfanne goldbraun. Achten Sie darauf, dass sie nicht verbrennen! Viele Samen und Kerne können auch gepflanzt werden, um eine schöne Pflanze zu erhalten, wie zum Beispiel Avocado- oder Zitronenkerne.
3) Wassermelonen-Pickles
Es gibt mehrere Möglichkeiten, Wassermelonenschalen zu verarbeiten, aber Pickles sind eine der leckersten! Für die Schale einer halben Wassermelone: Bringen Sie 150 ml Wasser, 250 ml Apfelessig, 200 g Zucker und 2 Teelöffel grobes Salz zum Kochen. Kreative Köpfe können etwas Ingwer oder Gewürze (Nelken, rosa Beeren usw.) hinzufügen. Sobald alles gut vermischt ist, geben Sie die in Streifen geschnittenen Wassermelonenschalen hinzu, sodass sie vollständig bedeckt sind. Lassen Sie sie über Nacht im Kühlschrank ziehen. Fertig! Diese Pickles können Sie anstelle von Essiggurken genießen, zum Beispiel zu einer Käseplatte oder einem sommerlichen Raclette. Marmelade, Kimchi, süß-saure Salate… Mit dieser Schale lassen sich auch andere originelle Rezepte kreieren.
4) Ein Knochenbrühe zubereiten
Falls die Knochen noch nicht gekocht sind, rösten Sie sie 30 Minuten im Ofen. Dieser Schritt ist nicht zwingend erforderlich, verbessert jedoch den Geschmack der Brühe. Geben Sie die Knochen in einen großen Topf, fügen Sie eventuell Gemüse sowie Knoblauch und Kräuter hinzu (Petersilie usw.). Bedecken Sie alles mit Wasser und einem Schuss Apfelessig und lassen Sie es 6 bis 24 Stunden sanft köcheln, um die Knochen gut zu zersetzen und die wertvollen Nährstoffe (Kollagen, Aminosäuren und Mineralien) zu extrahieren. Filtern Sie die Brühe durch ein feines Metallsieb und stellen Sie sie in den Kühlschrank. Die Fettschicht an der Oberfläche kann entfernt werden, und die Brühe sollte innerhalb von 5 Tagen verzehrt oder für später eingefroren werden. Dieses wohltuende Gericht tut gut bei Erkältungen, Verdauungsstörungen oder müden Muskeln. Es eignet sich auch hervorragend als Basis für Saucen, Suppen oder Eintöpfe.
5) Lebensmittelreste im Wasser nachwachsen lassen
Es ist durchaus möglich, bestimmte Lebensmittelreste zum Keimen zu bringen, um sie anschließend einzupflanzen. Beispielsweise können gekeimte Kartoffelstücke im Garten gepflanzt werden. Knoblauch kann mit der Spitze nach oben in etwas Wasser gelegt werden; sobald er keimt, kann er in die Erde gesetzt werden. Lauch- und Selleriereste sowie der Strunk von Salat oder Fenchel können in etwas Wasser gelegt werden, um nachzuwachsen. Auch Ananasblätter können in Wasser eingeweicht werden, um Wurzeln zu bilden; danach einfach einpflanzen und geduldig auf eine neue Ananas warten!
6) Frieren Sie übrig gebliebene Tomatensauce ein… und die Tomaten gleich mit
Haben Sie nicht die gesamte selbstgemachte Sauce verbraucht oder war die Konserve zu groß? Und Sie möchten in den nächsten Tagen nicht ständig Spaghetti Bolognese essen, um den Vorrat aufzubrauchen? Kein Problem: Tomatensauce lässt sich hervorragend einfrieren und kann bis zu drei Monate im Gefrierschrank aufbewahrt werden. Um die Gefrierung zu optimieren, füllen Sie die Sauce direkt in einen Gefrierbeutel und frieren Sie ihn flach ein, um die Bildung von Eiskristallen in der Sauce zu minimieren.
Gut zu wissen: Wenn Sie zu viele Tomaten gekauft haben oder einen Vorrat für den Winter anlegen möchten, können Sie diese Früchte ebenfalls gut einfrieren. Nach dem Auftauen eignen sie sich zwar nicht mehr für den rohen Verzehr, aber Sie können sie problemlos in gekochten Gerichten verwenden.
7) Kaffeesatz – alles andere als wertlos!
Ob als grüner Dünger, für ein Anti-Cellulite-Peeling oder zur Geruchsneutralisation von Abflüssen – die Einsatzmöglichkeiten von Kaffeesatz sind vielfältig. Er kann auch helfen, Schnecken aus dem Garten fernzuhalten, dunkle Kleidung aufzufrischen, Augenringe und Akne zu bekämpfen oder das Haar zu verschönern. Sogar in der Küche findet er Verwendung, beispielsweise in Backwaren oder Marinaden. Diese Liste ist bei weitem nicht vollständig! Ihn einfach wegzuwerfen, wäre daher eine echte Verschwendung.
8) Zitrusschalen – wertvolle Küchenabfälle
Die Schalen von Zitrusfrüchten (Mandarine, Zitrone, Orange, Grapefruit…) sind wahre Helfer für einen angenehmen Raumduft. Wenn es in der Küche unangenehm riecht, geben Sie einfach einige Schalen zusammen mit Kräutern und Gewürzen in einen Topf mit Wasser. Lassen Sie das Ganze sanft köcheln, sodass sich der wohlige Duft mit dem aufsteigenden Dampf verbreitet. Sie können auch Zitronenreste im Kühlschrank oder in der Spülmaschine platzieren, um diese zu deodorieren. Und natürlich eignen sich diese Schalen hervorragend, um Essig einen angenehmen Duft zu verleihen. Nach einigen Wochen des Einlegens – vielleicht zusammen mit einer Zimtstange, Nelken oder Thymian und Rosmarin – wird Ihr Essig sehr angenehm duften. Schließlich können Sie 500 ml Olivenöl mit 4 bis 6 Schalenvierteln bei schwacher Hitze etwa 15 Minuten köcheln lassen, um ein köstliches Zitronen-Olivenöl zu erhalten.
9) Eierschalen wiederverwerten – Küchenabfälle, die Gold wert sind
Gärtner bewahren Eierschalen oft auf, zerkleinern sie und verteilen sie im Garten. Dies hält Schnecken und Nacktschnecken fern, die es auf den Salat im Gemüsegarten abgesehen haben. Ebenso können Sie Ihre Setzlinge in Eierschalen vorziehen, indem Sie etwas Erde hineingeben. Sie liefern einen zusätzlichen Calcium-Schub für ein gesundes Wachstum. Beim Einpflanzen ins Freiland genügt es, die Schale vorsichtig zu zerbrechen, um ihre Zersetzung zu fördern. Zerkleinerte Eierschalen eignen sich auch hervorragend, um stark verschmutzte Topfböden sanft zu reinigen oder als natürlicher Dünger am Fuß von Pflanzen.
10) Stiele von Blattgemüsen in der Küche verwenden
Grünkohl, Schwarzkohl und ähnliche Gemüsesorten haben oft faserige Stiele, die vor der Zubereitung entfernt werden, sei es aus Geschmacksgründen oder weil sie schwer zu verzehren sind. Doch diese Stiele sind essbar und enthalten häufig die gleichen Nährstoffe wie die Blätter des jeweiligen grünen Gemüses. Oft kann man sie in kleine Stücke schneiden und mit einer guten Würzung in der Pfanne anbraten. Einige Menschen verzehren sie sogar roh in Salaten. Der Strunk und die Stiele von Brokkoli, reich an Ballaststoffen und Mineralien, können in dünne Scheiben geschnitten und in Pfannengerichten oder in einem herzhaften Flan gekocht werden. Bevor Sie einen Teil eines Gemüses oder einer Frucht wegwerfen, vergewissern Sie sich immer, dass er nicht essbar ist. Dies reduziert unnötige Lebensmittelabfälle.
11) Obstschalen – wahre Schätze, die man nutzen sollte 🍎🍌
Oft werden Obstschalen verwendet, um süße Chips (z. B. aus Apfel oder Kiwi) oder herzhafte Varianten (z. B. aus Kartoffeln, Pastinaken oder Karotten) herzustellen. Doch sie können noch mehr! Wussten Sie, dass die Hülsen von Erbsen und Saubohnen hervorragend für cremige Suppen, Pürees oder sogar als Füllung geeignet sind? Und die Schale der Ananas? Daraus lässt sich ein köstlicher Sirup zubereiten, um Kuchen zu tränken oder einen Obstsalat zu verfeinern. Bringen Sie dazu die Schale mit 500 ml Wasser, einer Vanilleschote, etwas braunem Zucker und dem Saft einer Limette zum Kochen und lassen Sie das Ganze sanft einkochen.
Ein weiterer Geheimtipp: Die Schalen von Birnen, Äpfeln und Bananen eignen sich ideal zur Zubereitung von Aufgüssen. Besonders beliebt ist der Bananenschalen-Tee – ein bekanntes Hausmittel gegen Schlafstörungen. Und natürlich sind Obstschalen auch perfekt geeignet, um daraus eine leckere hausgemachte Marmelade zu kochen!
12) Kirschkerne und -stiele – kleine Helfer mit großer Wirkung 🍒
Kirschkerne dienen nicht nur als Gewicht für das Blindbacken von Tortenböden! Sie können auch für die Herstellung von Trockenkissen verwendet werden, die bei Schmerzen Linderung verschaffen. Im Garten können sie als Ersatz für Tonkugeln in Pflanztöpfen genutzt werden.
Die Stiele der Kirschen hingegen haben eine stark entwässernde und entgiftende Wirkung. Sie helfen gegen Wassereinlagerungen und fördern die Verdauung. Für einen wirksamen Aufguss lassen Sie etwa 4 Esslöffel getrocknete Kirschstiele etwa 5 Minuten in 500 ml heißem Wasser ziehen.