Wer kennt es nicht? Der Koffer ist gepackt, die Vorfreude auf den Strand steigt, doch beim Blick auf die geliebte Geigenfeige oder die durstige Monstera bekommt man ein schlechtes Gewissen. 😟 Aber keine Sorge! Du musst keinen professionellen « Pflanzensitter » einstellen. Mit ein paar Alltagsgegenständen und physikalischen Tricks bastelst du dir dein eigenes Bewässerungssystem.
Hier sind 5 DIY-Methoden, die wirklich funktionieren:
1. Das Kieselstein-Tablett (Pebble Tray) 💧
Diese Methode ist ideal für kleine Pflanzen oder solche, die eine hohe Luftfeuchtigkeit lieben (wie Farne oder Orchideen).
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So geht’s: Fülle einen flachen Untersetzer mit Kieselsteinen und gieße Wasser hinein, bis die Steine fast bedeckt sind.
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Der Trick: Die Töpfe stehen auf den Steinen, nicht direkt im Wasser (vermeidet Wurzelfäule!). Das verdunstende Wasser schafft eine feuchte Glocke um die Blätter.
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Wichtig: Es ist eher eine Unterstützung gegen das Austrocknen der Luft als ein voller Ersatz für das Gießen.
2. Das Docht-System (The Wick Method) 🧵
Mein absoluter Favorit für längere Abwesenheiten, da es mehrere Pflanzen gleichzeitig versorgen kann.
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Material: Ein großer Eimer Wasser und eine dicke Baumwollschnur (oder ein alter Schnürsenkel).
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Anleitung:
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Stelle den Wassereimer höher als deine Pflanzen (z. B. auf einen Stapel Bücher).
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Stecke ein Ende der Schnur tief in den Eimer (bis zum Boden).
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Drücke das andere Ende ca. 5–8 cm tief in die Erde deiner Pflanze.
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Physik pur: Durch die Kapillarwirkung « wandert » das Wasser vom Eimer direkt in den Topf, sobald die Erde trocken wird.
3. Die Upcycling-Soda-Flasche 🥤
Perfekt für mittelgroße Pflanzen, die eine konstante Feuchtigkeit benötigen.
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Bauweise: Schneide eine Plastikflasche in der Mitte durch. Stich ein Loch in den Deckel und ziehe eine Baumwollschnur hindurch (mit Knoten fixieren).
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Montage: Fülle den unteren Teil mit Wasser. Den oberen Teil (mit dem Deckel nach unten) setzt du wie einen Trichter hinein. Fülle Erde und die Pflanze in den oberen Teil.
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Vorteil: Das System ist geschlossen und die Pflanze nimmt sich genau das, was sie braucht.
4️⃣ Die Weinflaschen-Bewässerung 🍷
Ein Klassiker für große Kübelpflanzen – effektiv, einfach und optisch eleganter als Plastiklösungen.
✅ So funktioniert die Installation
1️⃣ Fülle eine leere Weinflasche vollständig mit Wasser.
2️⃣ Halte die Öffnung mit dem Daumen zu und drehe die Flasche schnell um.
3️⃣ Stecke den Flaschenhals tief in die bereits feuchte Erde des Blumentopfs.
4️⃣ Die Flasche bleibt ohne Verschluss in der Erde stecken.
🔬 Warum funktioniert dieses System?
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🌱 Die Erde wirkt wie eine natürliche Dichtung und verhindert, dass Luft frei in die Flasche eindringen kann.
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💧 Das Wasser fließt nicht dauerhaft heraus, sondern nur dann, wenn die Erde trockener wird und etwas Luft in die Flasche gelangt.
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⚖️ Dadurch entsteht ein selbstregulierender Wasserfluss – die Pflanze nimmt nur so viel Wasser auf, wie sie wirklich braucht.
👉 Kurz gesagt: Die Bodenfeuchtigkeit steuert automatisch die Bewässerung.
💡 Profi-Tipps für optimale Ergebnisse
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Teste das System unbedingt 1–2 Tage vor der Abreise, um die Fließgeschwindigkeit zu überprüfen.
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Wenn das Wasser zu schnell abläuft, kannst du:
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ein kleines Stück Stoff um die Öffnung wickeln oder
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einen Schraubverschluss mit einem sehr kleinen Loch verwenden.
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Die Erde sollte vor dem Einsetzen der Flasche bereits gut angefeuchtet sein.
⚠️ Wichtig zu wissen
Manche sehr lockeren oder sandigen Substrate lassen Luft schneller eindringen – dann entleert sich die Flasche schneller. In diesem Fall einfach den Durchfluss leicht bremsen (z. B. mit Stofffilter).
5. Die vergrabene Wasserflasche 🍼
Besonders effektiv für Pflanzen in großen Töpfen oder auf dem Balkon.
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Vorbereitung: Nimm eine kleine Plastikflasche und bohre mit einem Nagel viele kleine Löcher in die Seiten und den Boden.
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Anwendung: Vergrabe die Flasche fast vollständig im Topf, sodass nur noch die Öffnung herausschaut. Fülle sie mit Wasser und schraube den Deckel locker auf.
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Effekt: Das Wasser sickert ganz langsam direkt an die Wurzeln. Das spart Wasser und stärkt das Wurzelsystem. 🌳
❓ Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Muss ich die Pflanzen vor der Abreise trotzdem gießen? A: Ja, unbedingt! 🚿 Sättige die Erde normal, bevor du dein DIY-System installierst. So muss das System nur den Status quo erhalten und nicht erst einen völlig ausgetrockneten Ballen wiederbeleben.
F: Verursachen diese Methoden Wurzelfäule? A: Bei der Docht-Methode und der Flaschen-Methode ist das Risiko gering, da die Erde nur feucht, nicht klatschnass wird. Achte beim Kieselstein-Tablett darauf, dass der Topf nicht im Wasser steht.
F: Wie lange halten diese Systeme durch? A: Je nach Größe des Wasserbehälters und der Pflanze zwischen 4 und 10 Tagen. Für einen 3-wöchigen Sommerurlaub im heißen Dachgeschoss solltest du dennoch einen Nachbarn bitten, einmal nach dem Rechten zu sehen. 🕵️♂️
Mein Fazit für dich:
Die Docht-Methode (Nr. 2) ist die zuverlässigste, während die Weinflasche (Nr. 4) am schnellsten einzurichten ist. Egal wofür du dich entscheidest: Testen ist alles! Starte das Experiment eine Woche vor deinem Urlaub, damit du im Notfall nachbessern kannst. ✈️🌿
Soll ich dir bei einer bestimmten Pflanze helfen zu entscheiden, welche Methode am besten passt?






